Historische Dielen aus Eichenholz und Nadelholz sind unverwechselbar und weisen durch ihren individuellen Charakter besondere Einzigartigkeit auf. 

Die besondere Wertigkeit liegt in der nicht reproduzierbaren Authenzität – keine künstlich gealterte Oberflächen, keine Miniformate, sondern stammgleiche, oft konische Dimensionen – keine „papierdünnen“ Materialien, sondern schwergewichtige Individualisten – Originale, nicht zurechtgestutzt und modisch manikürt.

Meist stammen die Dielen aus den bevorzugten Wohnräumen eines Hauses, die standesgemäß die wichtigen Räume waren. Dazu zählen neben Wohnzimmer oder Wohnstube auch das Schlafzimmer und der Hauseingang. Darüber hinaus waren Dielen in den breiten Schnittmaßen auch in Scheunen oder Dachböden verlegt – meist stumpf oder gefälzt mit sichtbaren Nägeln, sägerauh oder gehobelt, wohingegen in Wohnräumen einer möglichst einheitliche Breite bevorzugt wurde, gespundet oder mit Nut und Feder. 

Gerade bei alten Eichendielen hat das Holz durch das erhebliche Alter (teilweise mehrere 100 Jahre) eine begehrte, unvergleichlich dunkle bis tabakbraune Färbung – teilweise bis schwarz – angenommen und hat eine nie künstlich zu erreichende Patina: Das Holz ist unverwechselbar und nach dem Ölen sehr ausdrucksstark.

Zu Gunsten eines einheitlichen Erscheinungsbildes werden historische Dielen nicht getrennt, sondern zimmerweise beeinander gehalten. Sie werden gereinigt, nummeriert und müssen im Allgemeinen besäumt und abgelängt werden. Da eine direkte maßliche Übereinstimmung des Verlegeraumes selten zu einer historischen Charge passt, wird eine (historisch auch richtige) Friesverlegung als Ausgleich und Ergänzung angeraten. Damit wird der historische Boden zum „Inselboden“, umlaufende Ergänzungen mit womöglich anderer Holzart schlies- sen zwischen Friesen und anschliessenden Wänden die Lücken, setzen den „Inselboden“ erst richtig in Szene.