Zäune

Gitter und Zäune – mehr als die bloße Einfriedung des Grundstücke

Als Einfriedung oder Abgrenzung eines Grundstückes zeigen Gitter und Zäune Besitz- und Rechtsverhältnisse an. Unbefugten ist hiermit der Zutritt verwehrt. Gleichzeitig ermöglicht ein Zaun aber auch eine durchlässige Struktur bzw. Sicht auf das Anwesen und das Haus.Eine Mauer hingegen grenzt klar und deutlich ab und verwehrt den Blick auf das Grundstück. 

Historische Zäune sind ein wichtiges Kulturgut und spiegeln sich in unserer Kulturlandschaft. Wenn es heute oft nur noch der Maschendrahtzaun oder ein einfacher Jägerzaun ist, war in früheren Epochen die gestaltete Einfriedung die Visitenkarte des Eigentümers, der Ausdruck seines Lebensstiles, seines Wohlstandes und auch der Beleg für eine traditionelle Handwerkskunst. Ein Gitter oder ein Zaun ist somit mehr als eine bloße Einfriedung, er repräsentiert hiermit auch die Lebensweise des Eigentümers.

Vergessen sind die Gestaltungsregeln zu den Einfriedungen, die gerade im städtischen Bereich das Gitter als Einheit mit den dominanten Eck- und Eingangspfeilern, gemauert oder in Naturstein, dem Sockelmäuerchen und dem Torportal sehen.

Als Einheit stellen sie eine künstlerische Gestaltungsaufgabe dar und findet im Tor ihre formale Steigerung in der Größe und im Gestaltungsaufwand.

Gitter aus früherer Zeit waren reine Schmiedearbeiten: getrieben, gelocht, gestreckt und gestaucht; zur Verzierung wurde punziert und torsiert.
Die Metallverbindungen waren geschweißt und/oder genietet. Mit Aufkommen des Metallgusses Mitte des 19. Jahrhunderts wurden ornamentierte Einzelteile seriell hergestellt und der Formenreichtum wesentlich vergrößert. Lanzenspitzen, Rosetten, Blumen und Zierknöpfe, Zierbünde bei Verbindungen, all jene liebenswerte Zierformen wurden handwerklich perfekt kombiniert und stellten eine Bereicherung dar. Muss man sich wirklich an moderne Eisenprotzgitter mit angepapptem Massenzierrat gewöhnen?