Allgemeine Informationen zu Eichenholz- und Nadelholzdielen
Historische Dielen aus Eichenholz und Nadelholz sind unverwechselbar und weisen durch ihren individuellen Charakter besondere Einzigartigkeit auf.
Die besondere Wertigkeit liegt in der nicht reproduzierbaren Authenzität - keine künstlich gealterte Oberflächen, keine Miniformate, sondern stammgleiche, oft konische Dimensionen - keine "papierdünnen" Materialien, sondern schwergewichtige Individualisten - Originale, nicht zurechtgestutzt und modisch manikürt.
Meist stammen die Dielen aus den bevorzugten Wohnräumen eines Hauses, die standesgemäß die wichtigen Räume waren. Dazu zählen neben Wohnzimmer oder Wohnstube auch das Schlafzimmer und der Hauseingang. Darüber hinaus waren Dielen in den breiten Schnittmaßen auch in Scheunen oder Dachböden verlegt - meist stumpf oder gefälzt mit sichtbaren Nägeln, sägerauh oder gehobelt, wohingegen in Wohnräumen einer möglichst einheitliche Breite bevorzugt wurde, gespundet oder mit Nut und Feder.
Gerade bei alten Eichendielen hat das Holz durch das erhebliche Alter (teilweise mehrere 100 Jahre) eine begehrte, unvergleichlich dunkle bis tabakbraune Färbung - teilweise bis schwarz - angenommen und hat eine nie künstlich zu erreichende Patina: Das Holz ist unverwechselbar und nach dem Ölen sehr ausdrucksstark.
Zu Gunsten eines einheitlichen Erscheinungsbildes werden historische Dielen nicht getrennt, sondern zimmerweise beeinander gehalten. Sie werden gereinigt, nummeriert und müssen im Allgemeinen besäumt und abgelängt werden. Da eine direkte maßliche Übereinstimmung des Verlegeraumes selten zu einer historischen Charge passt, wird eine (historisch auch richtige) Friesverlegung als Ausgleich und Ergänzung angeraten. Damit wird der historische Boden zum "Inselboden", umlaufende Ergänzungen mit womöglich anderer Holzart schlies- sen zwischen Friesen und anschliessenden Wänden die Lücken, setzen den "Inselboden" erst richtig in Szene.
Allgemeine Informationen zu Ton
Unübersehbar und regional unterschiedlich: Historische Tonplatten sind Ziegelformate unterschiedlicher Farben, Hart- und Weichbrände. Sie stammen ursprünglich aus alten Landhäusern, Schlössern, Gutshöfen, Kirchen oder auch klassischen Bauernhäusern.
Dem Bestandserhalt von historischen, gerade spätmittelalterlichen ornamentierten Tonplatten kommt oberste Priorität zu, Unregelmäßigkeiten, Verunreinigungen und Verletzungen machen die spezifische Eigenart und Erscheinung aus.
Mauerziegel als Bodenbeläge wurden insbesondere wegen der Frostgefahr im geschützten Innenbereich verwendet, im Aussenbereich nur hart gebrannte Ziegel, oft verglaster, krummer und geschmolzener Ausschuss, denn Tonplatten nehmen aus Boden/Witterung Feuchte auf, was im Winter zu Frostschäden (Abplatzungen) führen kann.
Tonplatten eignen sich für Innenräume wie Küchen, Flure, Wohnräume oder auch geschützte Terrassen und Balkone. Auch ist eine Verlegung auf Fußbodenheizung möglich.
Tonplatten halten die Räume an heissen Sommertagen angenehm kühl und im Winter speichern sie die Wärme.
Strukturen und Farben, die aufgrund der handwerklichen Herstellung nie gleich sind, machen den einzigartigen und besonderen Charakter aus. Die Patina ist ausdrucksstark, der Abwechslungsreichtum der alten Tonfliesen ist groß. Gerade Platten in größerer Fläche ergeben ein feines Linearraster, das durch das Farbspiel und die Oberflächenbeschaffenheit eine lebendige Gestaltung erfährt
Große Sorgfalt ist beim Vermörteln der Fugen zu verwenden. Er sollte weniger Festigkeit als der Ziegel haben, jedoch wie der Ziegel die gleiche Fähigkeit zur Wasseraufnahme/-abgabe haben. Nach dem Verlegen der historischen Platten in Ton kann eine schützende Wachsschicht aufgetragen werden, die die Farben der Tonplatten intensivieren. Auch nach Jahrzehnten der Benutzung lassen sich die Farben so wieder auffrischen
Als sinnvolle, alternative Wiederverwendung mit ansprechender Optik eignen sich auch harte handgestrichene Dachziegel für Bodenbeläge. Voraussetzung ist die absolute, vollflächige Auflage des Ziegels im Mörtelbett.
